Gesund essen schützt die Biodiversität

Eine pflanzenbasierte Ernährung kommt mit weniger Fläche für die Landwirtschaft aus. Dr. Livia Rasche vom Exzellenzcluster CLICCS der Universität Hamburg zeigt jetzt in einer Studie, dass dies den Verlust der Biodiversität aufhalten könnte.

Es gibt weltweit 35 so genannte Hotspots der Biodiversität. In diesen Regionen ist die Artenvielfalt besonders groß – und besonders gefährdet. Jeder Hotspot beherbergt beispielsweise zwischen 1.500 und 15.000 Pflanzenarten, die allein hier vorkommen. Gleichzeitig hat jede dieser Regionen mindestens 70 Prozent ihrer ursprünglichen Vegetation bereits durch Landnutzung verloren, Tendenz steigend. Weil sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche weiter ausdehnt, sind die verbleibenden ursprünglichen Flächen weltweit gefährdet. Ein Team um Dr. Livia Rasche zeigt, wie eine pflanzenbasierte Ernährung in Kombination mit effektiver Bewirtschaftung theoretisch helfen könnte, die verbliebenen Naturräume zu schützen.

Die Studie untersucht verschiedene Szenarien und ist jetzt im Fachmagazin „Global Ecology and Biogeography" erschienen. Fazit: Bei einer Umstellung auf hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel würden bis zum Jahr 2050 in mindestens 16 Hotspots die verbliebenen Naturflächen komplett erhalten bleiben. Ganz ohne eine Veränderung von Ernährungsweise oder Anbaumethode könnten dagegen nur in sechs Hotspots die Naturflächen erhalten werden. Fünf bis zehn der Hotspots würden ihre gesamte ursprüngliche Fläche an die Landwirtschaft verlieren.

Konkret verknüpfte das Team Daten zu Ertrag und Klima mit Angaben zu Ernährungsgewohnheiten, Bevölkerungswachstum und Einkommensentwicklung. Daraus berechneten sie für jeden Hotspot, in wie weit die landwirtschaftliche Produktion den Bedarf im Jahr 2050 decken würde, falls sich an den Anbaumethoden nichts ändert, die Menschen sich aber gesünder ernähren. Eine gesunde Ernährung ist dabei im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele (SDG) definiert, sie enthält durchschnittlich 2.500 Kilokalorien und beruht zu 80 bis 90 Prozent auf pflanzlichen Inhaltsstoffen.



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